Beratungstelefon

03641 / 336988

Rückruf hier anmelden!
Werden Sie Mitglied!

Spendenkonto

Sparkasse Jena
BLZ: 830 530 30 | Konto: 201 367
IBAN: DE88830530300000201367
BIC: HELADEF1JEN

Unsere Psychosozialen Beratungsstellen in Eisenach und Weimar werden mit freundlicher Unterstützung der Sparda-Bank realisiert.

Logo Sparda-Bank

Krebs bringt häufig die ganze Familie in eine Notlage

09.11.2015 | 13:18 Uhr

Was ist das häufigste Anliegen, mit dem sich Patienten an die Beratungsstelle der Thüringischen Krebsgesellschaft e.V. wenden?
Wir bieten Patienten eine umfassende Beratung an, dementsprechend breit ist natürlich auch das Themenspektrum. Häufige Fragen sind beispielsweise, wie man einen Schwerbehindertenausweis beantragt oder einen Widerspruch einlegt, wenn man mit dem Grad der Einstufung nicht einverstanden ist. Oft ist auch die sogenannte Heilbewährungszeit abgelaufen und der Patient wird zurückgestuft, obwohl es ihm noch nicht besser geht. Oder der Patient wünscht eine Reha-Maßnahme und weiß nicht, wie er die beantragen kann. Wir informieren Betroffene über ihre Rechte und helfen ihnen dabei zu versuchen, diese geltend zu machen. Denn Krebspatienten sind schwer krank, sie haben häufig nicht die Kraft, sich im "Behördendschungel" zurechtzufinden, und die Hilfen, die ihnen zustehen aktiv einzufordern.

Ein Problem ist wahrscheinlich auch, dass man gar nicht so genau weiß, was einem überhaupt zusteht...
Das stimmt, schließlich setzt man sich damit, solange man gesund ist, kaum auseinander. Wir empfehlen aber jedem Betroffenen, sich umfassend beraten zu lassen, denn oft erfahren die Patienten erst hinterher, dass sie in einer bestimmten Situation Unterstützung, beispielsweise eine Haushaltshilfe, beantragen hätte können oder manchmal werden durch Unwissenheit Fristen verpasst. So sollte z. B. eine Anschlussheilbehandlung nocht beantragt werden, solange der Patient im Krankenhaus ist, und muss spätestens 14 Tage nach dem Krankenhausaufenthalt beginnen.

Was sind Notlagen, die Ihnen in Ihrer Arbeit häufig begegnen?
Ganz klar, die Patienten geraten durch die Erkrankung oft in finanzielle Schwierigkeiten, besonders dann, wenn noch Ratenzahlungen bedient werden müssen und keine Ersparnisse vorhanden sind. Das Krankengeld deckt ja nur einen Teil des fehlenden Einkommens ab, gerade Geringverdiener leiden darunter. So können die Folgen einer Krebserkrankung die ganze Familie in eine Notlage bringen.

Gibt es in solchen Fällen finanzielle Hilfen?
Es gibt einen Härtefonds der Stiftung Deutsche Krebshilfe sowie einen des Bundespräsidialamtes, bei dem man einmalig eine finanzielle Beihilfe beantragen kann. Außerdem bieten weitere Stiftungen finanzielle Unterstützung an, aber oft nur für Patienten mit einem spezifischen Krankheitsbild oder die in einem bestimmten Bundesland wohnen. Das Beraterteam der Thüringischen Krebsgesellschaft e.V. kennt noch viele andere Hilfsprogramme und kann im Einzelfall empfehlen, wohin sich der Patient wenden könnte.

Apropos Finanzen, wie finanziert sich Ihre Beratungsstelle?
Es ist ein Mischfinanzierung aus Spenden und Zuwendungen der Stadt Jena, von Krankenkassen und der Rentenversicherung. Um es deutlich hervorzuheben: Wir sind auf Spenden angewiesen und freuen uns über jede noch so kleine Zuwendung.

Leisten Sie auch eine Beratung über die sozialrechtlichen Themen hinaus?
Ja, natürlich. Besonders Angehörige suchen nach Unterstützung durch ambulante Palliativdienste oder fragen nach Informationen zu Hospizen. Patienten mit depressiven oder Angstzuständen vermitteln wir auf deren Wunsch den Kontakt zu Psychologen/Psychotherapeuten. Sehr oft möchten die Betroffenen auch einfach nur über ihre lebensbedrohliche Lage, ihre Zukunftsängste und die möglichen Auswirkungen der weiteren Behandlung sprechen. Wir haben ein offenes Ohr und können auch Ansprechpartner einer passenden Selbsthilfegruppe nennen. Nur medizinische Auskünfte erteilen wir Berater nicht. Wir haben zwar zahlreiche Informationsbroschüren, wer aber eine medizinische Beratung benötigt, verweise ich an die zertifizierten Onkologischen Zentren und an das INFONETZ KREBS der Deutschen Krebshilfe und Deutschen Krebsgesellschaft. Es handelt sich dabei um ein telefonisches, medizinisches Beratungsangebot, das Patienten in allen Phasen der Erkrankung nutzen können.

Frau Götze, wo finden Betroffene Sie?
Unsere Beratungsstelle ist in der Paul-Schneider-Str. 4 in Jena. Darüber hinaus gibt es Außenstellen in Eisenach, Weimar und Neustadt (Orla). Ratsuchende sollten sich unter folgender Nummer nach Sprechzeiten erkundigen und nach Möglichkeiten vorab einen Termin vereinbaren: 03641/336988.