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Operation

Die Operation ist nach wie vor die häufigste Art der Behandlung bei Krebs und führt oft zur Heilung. Das gilt besonders für einen begrenzten Tumor in einer frühen Entwicklungsphase.

Heute wird in vielen Fällen sehr viel schonender operiert als noch vor 20 Jahren: Manche Tumore können vor der Operation durch Chemo- und Strahlentherapie verkleinert werden, so dass die Operation dann einfacher oder überhaupt möglich wird. Die sogenannte „Schlüsselloch-Chirurgie“ wird zunehmend bei Krebs eingesetzt und für manche Organe lässt sich ein Ersatz aus einem anderen Organ herstellen (z.B. Ersatzblase aus Dünn- und Dickdarm). Als Fortschritt gilt auch die Untersuchung des Wächter-Lymphknotens (s.u.). Belastende Folgeerscheinungen von Operationen, wie ein entstellter Körper, ein künstlicher Darmausgang oder dauerhaft gestautes Wasser im Gewebe (Lymphödem), sind seltener geworden.

Das Ziel

Mit der Operation soll die Heilung erreicht werden (kurative Operation). Das Tumorgewebe wird möglichst entfernt, mitsamt den zugehörigen Lymphknoten. Das umliegende Gewebe soll dabei so weit wie möglich geschont werden.
Ein fortgeschrittener Tumor kann in andere Organe hineinwachsen oder sie bedrängen. Im günstigen Fall kann auch ein solcher Tumor vollständig entfernt werden. Selbst wenn das nicht möglich ist, können andere Organe durch eine Operation entlastet oder überbrückt werden (palliative Operation). Das kann die Lebensqualität des Patienten erheblich verbessern.

Wie wird vorgegangen?

Je mehr durch Gewebeprobe und Voruntersuchungen über die Art und Ausdehnung des Tumors bekannt ist, desto besser kann die Operation vorher festgelegt werden. Bei einigen Krebsarten wird direkt vor der Operation der sogenannte Wächter-Lymphknoten untersucht. Das ist der Lymphknoten, in dem sich abgelöste Krebszellen als erstes festsetzen. Ist er frei von Krebszellen, kann in vielen Fällen auf eine weitere Lymphknoten-Entfernung verzichtet werden.

Das Ergebnis

Eine Operation kann zur Heilung führen, wenn ein Tumor vollständig entfernt werden kann, d.h. wenn die Ränder des herausoperierten Gewebes und die Lymphknoten frei von Krebszellen sind. Selbst wenn es Ableger (Metastasen) in anderen Organen gibt, kann eine Heilung erreicht werden, wenn die Metastasen komplett entfernt werden können. Das herausoperierte Gewebe wird vom Pathologen bewertet. Er untersucht es unter dem Mikroskop und auf andere Weise. Am Ende beschreibt der Pathologe viele Merkmale des Tumors, die wichtigsten sind:

  • die Art (von welchem Gewebe geht der Tumor aus?),
  • die Größe (bei begrenzten Tumoren),
  • die Ränder (sind sie frei von Tumorzellen?),
  • die Bösartigkeit (drei bis vier Stufen),
  • die Ausbreitung in Blut- oder Lymphgefäße und in Lymphknoten.

Diese Beschreibung heißt „Staging“, das bedeutet Einstufung.

Bei einigen Krebsarten sind weitere Untersuchungen möglich, um abzuschätzen, ob bestimmte Behandlungen sinnvoll sind:

  • Reagieren die Tumorzellen auf bestimmte Hormone? (s. Anti-Hormontherapie)
  • Tragen die Tumorzellen bestimmte Merkmale, gegen die es Antikörper gibt? (s. Antikörper-Therapie)
  • Neigt der Tumor dazu, Ableger (Metastasen) zu bilden? Wird also diesem Patienten eine Chemotherapie etwas nützen oder kann er darauf verzichten?

Je nach Ausgangssituation wird noch untersucht, ob der Tumor bereits Ableger in anderen Organen  (Fernmetastasen) gebildet hat. Aufgrund all dieser Informationen legen die beteiligten Ärzte fest, ob eine weitere Behandlung notwendig ist. In der Tumorkonferenz entscheiden der Operateur, der Pathologe, der Strahlen-Mediziner, der Röntgenarzt (Radiologe) und der Krebsspezialist (Onkologe) gemeinsam für jeden einzelnen Patienten über die Art und das Ziel der weiteren Therapie.

Unerwünschte Wirkungen von Operationen

Der Operateur muss vor allem sicherstellen, dass das Tumorgewebe möglichst vollständig herausoperiert wird. Auch wenn dabei heute so wenig wie möglich gesundes Gewebe entfernt wird, können manchmal nach der Operation Funktionsstörungen oder -verluste auftreten. Am häufigsten sind das:

  • Unschöne oder straffe Narben
  • Von außen sichtbar fehlende Körperteile
  • Erschwerte, eingeschränkte Bewegungen, z.B. durch unvermeidliche Schädigung von Nerven oder Muskeln
  • Lymphödem: Anschwellung im Gewebe durch gestaute Lymphflüssigkeit
  • Bei Bauchoperationen: ein zeitweiser oder dauerhafter künstlicher Darmausgang (Stoma)
  • Bei Blasenoperationen: eine künstliche Urin-Ableitung über eine Ersatzblase

Die Informationen zur Behandlung von Krebs wurden der Broschüre "Moderne Krebstherapie - Wirkungen und Nebenwirkungen" entnommen, die der Thüringischen Krebsgesellschaft freundlicherweise von der Bremer Krebsgesellschaft zur Verfügung gestellt wurde und in der Geschäftsstelle in gedruckter Version bestellt werden kann.

Letzte Änderung: 24.05.2017 Seitenanfang