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Implantierter Chip überwacht Tumore

28.08.2011 | 12:55 Uhr

Ein implantierter Chip könnte bald schwer operable oder langsam wachsende Tumoren überwachen. Deutet der Stoffwechsel des Tumors auf Wachstum, würde der Chip per Funk den behandelnden Arzt informiert.

Manche Tumoren wie zum Beispiel Hirntumore lassen sich nur schwer operieren, weil dabei lebenswichtiges umliegendes Nervengewebe geschädigt würde. Andere Geschwulste wie zum Beispiel viele Prostatakarzinome wachsen nur sehr langsam, eine Operation bei den zumeist älteren Patienten verschlechtert oft deren Lebensqualität, ohne ihr Leben merklich zu verlängern.

Medizintechniker des Teams um Professor Bernhard Wolf (Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für Medizinische Elektronik der TUM) haben daher den Sensor-Chip entwickelt, der in die Nähe des Tumors implantiert werden kann.

Das "Intelligente Implantat zum Tumor-Monitoring" (IntelliTuM) bestimmt den Sauerstoffgehalt in der Gewebsflüssigkeit. Denn wenn der Sauerstoffgehalt in Tumornähe sinkt, droht der Tumor sein Wachstum zu beschleunigen und aggressiv zu werden. Der Sensor-Chip gibt diese Informationen per Funk an ein Empfangsgerät weiter, das der Patient bei sich trägt.

Das Empfangsgerät kann die Daten dann an den behandelnden Arzt weiterleiten, der damit die Tumorentwicklung verfolgen und Behandlungen wie Chemotherapie oder Operation einleiten kann. So würde der Tumor ständig überwacht, und gleichzeitig müsste der Patient seltener zu Kontrolluntersuchungen in die Praxis oder Klinik kommen.

Labortests mit Zell- und Gewebekulturen hat der Sensor-Chip bereits bestanden. Die besondere Herausforderung: Der Sensor muss lange und vollkommen autonom funktionieren. Deshalb darf er bei einer Verschmutzung durch Proteine oder Zellreste nicht ausfallen oder falsche Messwerte liefern. Und er muss für den Körper "unsichtbar" sein, damit der Körper ihn nicht als Fremdkörper erkennt und mit einer Gewebekapsel umschließt.

"Wir haben den Sensor-Chip so konstruiert, dass er sich in Messpausen selber an einer definierten Gelöstsauerstoffkonzentration kalibriert", erläutert der Ingenieur und Projektleiter Sven Becker. "Außerdem haben wir den Sensor-Chip zusammen mit Auswerte-Elektronik, Funkeinheit und Batterien in ein Gehäuse aus biokompatiblem Kunststoff gesteckt."

Klein ist der Sensor-Chip samt Elektronik schon, kaum doppelt so groß wie ein Daumennagel, doch bevor er über eine minimalinvasive Operation in Krebspatienten implantiert werden kann, muss er noch kleiner werden. Gleichzeitig sollen weitere Sensoren auch noch Säuregehalt und Temperatur messen.

Außerdem haben die TUM-Forscher noch eine Miniatur-Medikamentenpumpe in Entwicklung, die zusammen mit dem Sensor-Chip implantiert werden und bei Bedarf Chemotherapeutika in unmittelbarer Tumornähe abgeben könnte.

Im nächsten Schritt muss sich der Sensor-Chip allerdings erst einmal in der Behandlung von Tieren bewähren. In Zukunft, so hoffen die Forscher, wird er Krebstherapien bei Patienten gleichzeitig schonender und zielgerichteter machen können.

Quelle: aerztezeitung.de

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