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Strahlentherapie

Die Strahlentherapie wirkt örtlich: Energiereiche Strahlung wird von mehreren Seiten gezielt auf den Tumorbereich gerichtet und dort gebündelt. Die Strahlendosis wird in Gray (Gy) gemessen. Ein Mensch ist während der Strahlentherapie keine Gefahr für seine Mitmenschen, er strahlt nicht ab! Sich nah zu sein, ist ohne Einschränkung erlaubt.

Das Ziel

Die Strahlentherapie kann vor der Operation (präoperativ: zur Verkleinerung des Tumors), anstelle einer Operation (kurativ: heilend), zusätzlich nach der Operation (adjuvant: eventuell kombiniert mit Chemotherapie) oder zur Linderung (palliativ: z.B. bei Knochenmetastasen) eingesetzt werden.

Wie wirkt sie?

Die Strahlen schädigen die Erbsubstanz (DNA) der getroffenen Tumorzellen, verhindern die Zellteilung und bringen die Zellen zum Absterben.

Wie läuft eine Strahlentherapie ab?

Zuerst stellen Strahlentherapeuten und Physiker mit Hilfe des Computers einen Bestrahlungsplan auf. Er legt den bestrahlten Bereich, die Gesamt-Strahlendosis und die Aufteilung in Einzelbehandlungen fest. Dazu werden moderne Untersuchungsverfahren eingesetzt (Computer- oder Kernspintomographie). Das Ziel ist, dass der Tumorbereich und oft auch die zugehörigen Lymphbahnen möglichst viel und die umliegenden Organe möglichst wenig Strahlung abbekommen. Bei einem Vorbesuch wird die geplante Bestrahlung genau durchgespielt und die berechneten Strahlenfelder auf die Haut aufgezeichnet. Die Strahlentherapie wird meistens fünfmal wöchentlich über einen Zeitraum von mehreren Wochen durchgeführt. Jede Behandlung dauert wenige Minuten, in denen jeweils nur eine geringe Dosis eingestrahlt wird, um das umgebende gesunde Gewebe zu schonen.

Am häufigsten wird von außen durch die Haut bestrahlt (Teletherapie, tele = fern).

Bei der Bestrahlung von innen (Brachytherapie, brachy = nah) wird eine Strahlenquelle direkt in den Körper eingebracht, möglichst nahe an den Tumor und meistens für nur wenige Minuten. Es handelt sich dabei um einen dünnen Stift aus einem strahlenden Material. Hierbei erhält der Tumor eine hohe Strahlendosis, während das umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Diese Behandlung ist möglich, wenn der Tumor in Hohlräumen sitzt (Afterloading-Verfahren, z.B. bei Gebärmutterkrebs).

Eine Besonderheit ist die sogenannte Seed-Implantation. Dabei wird der Tumor mit winzigen Stiftchen aus strahlendem Material gespickt, die dauerhaft dort bleiben. Ihre Strahlung reicht nur einige Millimeter ins Gewebe und klingt nach einigen Wochen allmählich wieder ab (z.B. bei Prostatakrebs).

Unerwünschte Wirkungen der Strahlentherapie

Trotz moderner schonender Bestrahlungsverfahren können die Strahlen zu Schäden im umliegenden gesunden Gewebe führen. Besonders die frühen Folgen hängen davon ab, welcher Körperbereich, wie oft und mit welcher Gesamt-Dosis bestrahlt wurde und wie tief die Strahlen ins Gewebe eingedrungen sind. Je tiefer der Bereich liegt, der bestrahlt werden soll, desto mehr gesundes Gewebe muss dafür durchstrahlt werden. Es werden zwei Formen von unerwünschten Strahlenreaktionen unterschieden: Frühe und späte Strahlenfolgen.

Frühe Strahlenfolgen

Sie heißen auch akute Strahlenfolgen und treten in den ersten drei Monaten nach Beginn der Bestrahlung auf. Sie klingen meistens innerhalb einiger Monate nach Ende der Bestrahlung wieder ab. Je nachdem, welcher Bereich bestrahlt wird, können verschiedene Frühschäden auftreten:

  • Die Hautrötung im bestrahlten Bereich oder gegen Ende der Behandlung bräunliche Verfärbung, selten auch trockene oder nässende Hautablösung
  • Der Kopf- und Halsbereich, einschließlich Mund, Rachen und Speiseröhre: häufig Haarausfall und Schleimhaut-Entzündungen im bestrahlten Bereich, möglich sind auch: Störungen beim Sehen, Hören, Riechen und Schmecken, Schilddrüsen-Unterfunktion, Mundtrockenheit und Probleme, den Mund weit zu öffnen
  • Der Bauchbereich: Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Blasenbeschwerden.
  • Große Körperbereiche: das Gehirn z.B. bei der Ganzkörperbestrahlung zur Behandlung eines Lymphoms kann ein „Strahlenkater“ (Strahlensyndrom) auftreten. Er beginnt wenige Stunden nach der Bestrahlung und äußert sich in Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerz, Abgeschlagenheit, Durchfall, eventuell auch leichtem Fieber oder innerer Unruhe. Nach spätestens einigen Tagen ist er abgeklungen.

Späte Strahlenfolgen

Sie entwickeln sich erst drei Monate nach der Strahlentherapie oder noch später und führen oft zu Gewebeschwund und Narben. Das bedeutet, dass typische Gewebezellen durch Narbengewebe ersetzt werden und das Gewebe seine bisherigen Aufgaben nicht mehr richtig erfüllen kann. Die Ursache sind meistens Veränderungen von Blut- und Lymphgefäßen im bestrahlten Gewebe. Eine Strahlentherapie kann auch andere Auswirkungen haben. Die spät auftretenden Veränderungen bleiben in der Regel lebenslang bestehen. Spätfolgen können sein:

  • Verfärbungen der Haut, meist bräunlich
  • Verhärtungen im Fettgewebe unter der Haut und an anderen Stellen
  • Mundtrockenheit durch Schädigung der Speicheldrüsen
  • Geschmacksverlust
  • Knochen- und Zahnschäden
  • Lymphödem durch geschädigte Lymphgefäße; besonders, wenn auch Lymphknotengewebe entfernt wurde
  • Lungenfibrose: Das ist der teilweise Umbau von Lungengewebe in Narben gewebe, die Fibrose äußert sich z.B. in Luftnot bei Belastung und Reizhusten.
  • Andauernde schwere Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue)
  • Bei Bestrahlung großer Körperbereiche: Schädigung des Knochenmarks mit seinen blutbildenden Zellen, dadurch Blutarmut
  • Bei Bestrahlungen im Beckenbereich: Schädigung der Samenzellen bzw. Eizellen, Wegbleiben der Regelblutung, Unfruchtbarkeit

Häufige Ängste vor einer Strahlenbehandlung

Das Besondere an der Strahlentherapie ist, dass die Menschen von der Strahlung nichts merken. Sie können sie nicht sehen oder riechen oder anfassen. Viele machen sich ihre eigenen Bilder, um sich unter Strahlung dennoch etwas vorstellen zu können. Bei der Strahlentherapie kommen den Betroffenen häufig Atomkatastrophen oder moderne Vernichtungswaffen in den Sinn. Dazu tragen auch die äußeren Bedingungen der Strahlentherapie bei: Große Geräte senden die Strahlen aus, häufig in Kellerräumen ohne Tageslicht. Die Mitarbeiter scheinen sich nur um die Technik zu kümmern. Solche Umstände können Unsicherheit und Angst hervorrufen.

Für manche Betroffenen kann während der Bestrahlung eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll sein. Selten kommt es unter der Strahlentherapie zu schweren Panikanfällen. Dann sind begleitende Maßnahmen (Supportive Therapien) und psychologische Behandlung notwendig.

Die Informationen zur Behandlung von Krebs wurden der Broschüre "Moderne Krebstherapie - Wirkungen und Nebenwirkungen" entnommen, die der Thüringischen Krebsgesellschaft freundlicherweise von der Bremer Krebsgesellschaft zur Verfügung gestellt wurde und in der Geschäftsstelle in gedruckter Version bestellt werden kann.

Letzte Änderung: 14.11.2017 Seitenanfang