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Schmerztherapie

Viele Menschen mit Krebs fürchten sich davor, dass ihre Erkrankung ihnen irgendwann unerträgliche Schmerzen bereitet. Es wird geschätzt, dass tatsächlich von 100 Tumorkranken etwa 60 zu irgendeinem Zeitpunkt Schmerzen verspüren, bei fortgeschrittener Krankheit bis zu 90.

Schmerzen kosten viel Kraft und schränken die Lebensqualität stark ein. Bei Schmerzen ziehen sich viele Menschen zurück, so dass auch das Umgehen miteinander schwieriger wird. Dazu ist es wichtig zu wissen:

Schmerzen bei Krebs sind immer behandelbar.
Niemand muss sie als naturgegeben hinnehmen.

Dafür müssen sie aber mitgeteilt werden, auch wenn der Arzt nicht danach fragt oder wenn es schwer fällt, darüber zu sprechen.

Das Ziel

Sich ohne Schmerzen wieder mehr bewegen und belasten zu können, ist ein Ziel. Dann machen viele Dinge wieder mehr Freude oder werden erst wieder möglich. Schmerzfrei zu sein erleichtert den Alltag und das Zusammenleben. Es hilft auch, möglichst selbständig und unabhängig zu bleiben. Eine gute Schmerzbehandlung ermöglicht es im wahrsten Sinne des Wortes, wieder durchzuatmen.

Um dies zu erreichen, sollte der Betroffene seine Schmerzen möglichst genau beschreiben. Erst dann sollte über die geeignete Therapie entschieden werden. Bei Tumorschmerzen ist es wichtig, dass Schmerzmedikamente in ausreichender Dosierung nach einem festen Zeitplan eingenommen oder gegeben werden. So wirken die Mittel durchgehend und der Schmerz kann nicht zur Gewohnheit werden.

Wodurch entstehen die Schmerzen?

Schmerzen bei Krebs entstehen nur selten plötzlich. Meist beginnen sie als unangenehme Beschwerden, die mit Medikamenten gut zu behandeln sind. Sie können verschiedene Ursachen haben:

  • der Tumor wächst in ein Organ hinein oder bedrängt es: Knochen, Weich- gewebe, Nerven, Lymphbahnen und –knoten, dabei entstehen Schmerz-Botenstoffe (z.B. Prostaglandine)
  • Schmerzen durch die Krebstherapie: Schmerzen an Narben oder als Neben- wirkung der Strahlen- oder Chemotherapie
  • Schmerzen durch andere Erkrankungen: z.B. durch eine Wirbelsäulen-Erkrankung oder Infektionen wie eine Gürtelrose
  • bei chronischen unbehandelten Schmerzen: durch das Schmerzgedächtnis kann sich ein Schmerz geradezu „selbständig machen“, auch ohne Schmerzreiz

Wie wirken Schmerz-Medikamente und wie werden sie angewendet?

Schmerz-Medikamente wirken dort, wo die Schmerzen entstehen. Sie sorgen dafür, dass keine Schmerz-Botenstoffe gebildet werden. Die stärkeren Schmerzmittel, die sogenannten Opioide, verhindern, dass der Schmerzreiz zum Gehirn weitergeleitet wird. Schmerzmedikamente gibt es als Tabletten, Kapseln, Tropfen, Zäpfchen, Pflaster, Spritze oder Tropf. Die Schmerzleitung kann auch durch örtliche Betäubung unterbrochen werden.

Hierzu gehören z.B. das Quaddeln, Nervenblockaden oder ein feiner Schlauch (Katheter), der ein Schmerzmittel nahe ans Rückenmark leitet.

Häufige Ängste vor einer Schmerztherapie mit Opioiden

  • Sucht oder Abhängigkeit: Ziel der Schmerzbehandlung ist eine durchgehende Schmerzfreiheit. Das wird nur durch einen gleichbleibenden Wirkstoffspiegel des Schmerzmittels erreicht. Auf diese Weise gibt es aber keine kurzfristigen Glücksgefühle und keine Gefahr, dass sich eine Sucht entwickelt. Zu Beginn der Behandlung sollte die Dosis langsam gesteigert und beim Absetzen ebenso langsam wieder verringert werden.
  • Atemlähmung: Sie tritt nur bei Überdosierung auf, wenn also die verschriebene Dosis deutlich überschritten wird.
  • Schnelleres Ende: Eine Schmerzbehandlung zu beginnen oder die Dosis zu erhöhen, führt nicht dazu, dass der Betroffene früher stirbt. Wenn die Schmerzen zurückgehen, können die Medikamente Schritt für Schritt wieder niedriger dosiert werden.

Andere Medikamente, die zur Schmerzbehandlung angewendet werden

Zur Unterstützung der Behandlung bei andauernden Schmerzen eignen sich manchmal auch ganz andere Medikamente: z.B. Mittel gegen Depressionen (Antidepressiva). Sie bewirken, dass sich der Schmerz gut aushalten lässt, auch wenn er nicht ganz weg ist. Sie bauen sozusagen einen Abstand zum Schmerz auf. Meist reicht hierfür eine geringere Dosis als die sonst empfohlene. Die Verordnung eines solchen Mittels bedeutet also nicht, dass der Arzt eine Depression vermutet.

Schmerzbehandlung ohne Medikamente

Krankengymnastik, Massagen, Lymphdrainage (eine besondere Massage zur Entstauung bei Lymphödem), Bäder, Wärme- oder Kältepackungen, Akupunktur oder Entspannungstechniken (wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson) können schmerzlindernd wirken. Entlastende Gespräche oder Psychotherapie helfen, zusätzliche Belastungen zu erkennen und abzubauen. Auch das kann dazu beitragen, die Schmerzen zu verringern.

Behandlung bei Polyneuropathie

Einige Zytostatika oder bestimmte Krebserkrankungen selbst, z.B. Lymphdrüsenkrebs, können direkt zu Schäden an Nerven führen. Betroffen sind die Nerven, welche die Haut und die Muskeln mit dem Rückenmark und dem Gehirn verbinden.

Erste Anzeichen einer Polyneuropathie sind Schmerzen, Kribbeln, Brennen, „Ameisenlaufen“, eine übersteigerte Temperaturwahrnehmung sowie ein gestörter Tastsinn. Später kann eine langsam zunehmende Muskelschwäche und sehr selten andere Zeichen hinzukommen. In Ruhe verstärken sich häufig die Beschwerden, besonders in den Beinen.
Wenn eine Chemotherapie die Ursache ist, tritt die Polyneuropathie häufig verzögert auf. In der Anfangsphase können sich die Störungen wieder zurückbilden. Wenn sie allerdings länger als ein Jahr anhalten, ist nur noch mit einer geringen Besserung zu rechnen.

Als Behandlung kommen Krankengymnastik und Medikamente gegen Depressionen (siehe oben) und gegen Anfallsleiden (Anti-Epileptika) infrage. Letztere wirken gut bei Schmerzen durch Nervenschäden. Auch die Einnahme von hochdosiertem Vitamin B-Komplex kann helfen, die Wirksamkeit ist jedoch nicht belegt.

Behandlung bei Knochenschmerzen

Krebszellen können Knochen abbauen und so Knochenbrüche und Schmerzen verursachen. Die Einnahme von sogenannten Bisphosphonaten sowie Calcium und Vitamin D wirkt dem entgegen.

Weitere Hilfe und Informationen

Eine Schmerztherapie soll ganz auf die betroffene Person zugeschnitten sein. Leider kennen sich nicht alle Ärzte gut damit aus. Einige scheuen sich zum Beispiel, stark wirksame Opiate zu verordnen. Besonders gut ausgebildet in der Schmerzbehandlung sind Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Onkologie oder Schmerztherapie.

Hier sind Adressen von Spezialisten der Schmerzbehandlung zu bekommen:

  • bei Krebsberatungsstellen
  • bei den Ärztekammern
  • bei Schmerz-Organisationen
  • bei der Krankenkasse

Weitere Informationen zur Behandlung von Tumorschmerzen finden Interessierte in den Broschüren: Schmerzen bei Krebs und: Leben mit der Diagnose Krebs der Deutschen Krebsgesellschaft. Sie können in den Krebsberatungsstellen angefordert werden.

Die Informationen zur Behandlung von Krebs wurden der Broschüre "Moderne Krebstherapie - Wirkungen und Nebenwirkungen" entnommen, die der Thüringischen Krebsgesellschaft freundlicherweise von der Bremer Krebsgesellschaft zur Verfügung gestellt wurde und in der Geschäftsstelle in gedruckter Version bestellt werden kann.

Letzte Änderung: 19.11.2019 Seitenanfang